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Von der Lebensfreude


„Diese Freude an materiellen Dingen ist vergänglich - oft schneller als einem lieb ist.“

Wenn wir uns Gedanken über die Freude im Leben machen, dann verbinden wir dies in erster Linie mit Ereignissen, die sich in unserem Leben einstellen sollten. Viel Geld, ein toller Partner, eine Familie, Harmonie, ein schönes Konzert, eben alle Dinge, die wir gerne haben würden. Diese Dinge sind auch ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens, aber sie alle bergen die Gefahr in sich, dass wir sie als Voraussetzungen eines zufrieden stellenden Daseins betrachten.

Werden diese Bedürfnisse oft erfüllt, können wir vielleicht auch eine gewisse Gewohnheit erkennen, die den Aspekt einer Selbstverständlichkeit oder auch in starker Form ein Gefühl der Abhängigkeit in sich trägt: Die Suche nach Sinnesbefriedigung. Treten aber schwierige Phasen in unser Leben, reißen diese uns aus dem Wunschdenken heraus und befördern uns in ein gegenteiliges Empfinden, in die Gefühle von Trauer, Niedergeschlagenheit oder auch Verzweiflung. Die Wünsche werden wertlos, weil sie uns in diesem Moment nicht mehr helfen. Warum ist das so?

Nehmen wir an, Sie hätten den Wunsch, ein neues Auto zu besitzen oder ein neues Kleid in Ihrem Schrank zu haben. Der Gedanke daran lässt Freude entstehen, die durchaus Ihre Berechtigung hat. Genau betrachtet lässt die Freude daran nach Erfüllung des Wunsches irgendwann nach, und wir hegen den Wunsch wieder etwas Neues zu kaufen. Das Hamsterrad dreht sich. Diese Freude an materiellen Dingen ist vergänglich - oft schneller als einem lieb ist.

Menschen neigen dazu, wieder etwas Neues haben zu wollen, egal in welchen Bereichen, und sie glauben auch, dass sie dies zur Zufriedenheit benötigen. Ist das Lebensfreude? Was ist mit den Menschen, die weniger zum Leben haben? Ist nicht manchmal erkennbar, dass viele dieser Menschen eine Lebensfreude in sich tragen und diese sichtbar ausstrahlen? Woran liegt das?

Vielleicht liegt es daran, dass sie weniger Wünsche haben und somit die Abhängigkeit von der Erfüllung geringer ist. Oder daran, dass sie nach anderen Werten suchen und grundsätzlich ihre Ansprüche an das Leben geringer sind. Sie sind mit dem zufrieden, was sie haben und sind sich dessen bewusst. Sie kennen das Gefühl der Dankbarkeit, wenn sie etwas Neues bekommen, weil sie auch Jahre des Verzichts kennen. Die Wertschätzung steigt, weil sie weniger erwarten. Sie wissen, dass nicht der Konsum, sondern die kreative Seite Ihres Lebens bedeutend ist. Alles, was „diesen Menschen“ ins „Erleben“ bringt, sei es ein Vogelgezwitscher, eine schöne Begegnung, die Musik, die aus ihm klingt, das Bild, das er malt, erfüllt ihn mit Freude und Achtung und Dankbarkeit.

Der lebensfrohe Mensch pflegt Kontakte und gibt gerne. Er weiß mit schwierigen Situationen umzugehen, weil er geübt ist. Ihm bleibt nur die Annahme dessen, was gerade ist. Er weiß, dass das Leben nicht nur schöne Seiten hat, und er weiß, dass alles sich ständig wandelt. Er nimmt das an, was kommt, so gut es geht. Er betrachtet vieles als Geschenk und hadert weniger. Und er weiß zuletzt, dass dies alles so zu leben nicht einfach ist, und verurteilt sich nicht, wenn es ihm nicht immer gelingt.
Und das Schöne daran ist, dass wir genau „dieser Mensch“ sind und sein können.

Ein paar kleine Hilfestellungen, um zu einer Lebensfreude zu kommen, die sich nicht nur an das Materielle bindet:

- Pflegen Sie aktiv regelmäßig Ihre Talente, die Sie in sich tragen, und bringen Sie diese zum Ausdruck (Musik, Malen, Bewegung). Erleben Sie!
- Überfordern und unterfordern Sie sich nicht mit Tätigkeiten, Gesprächen und Begegnungen. Schaffen Sie sich Ausgleich.
- Üben Sie die Stille
- Machen Sie sich jeden Tag bewusst, was schon an Positivem in Ihrem Leben da ist und versuchen Sie darüber das Gefühl der Dankbarkeit zu empfinden (mit Geduld!)
- Setzen Sie sich kleine Ziele und schenken Sie sich Anerkennung, wenn Sie die Ziele erreicht haben
- Fällen Sie Entscheidungen, die für S i e wichtig sind
- Wenn Sorgen und Nöte da sind, versuchen Sie diese so weit es möglich ist anzunehmen und die Gedanken daran nicht abzulehnen, sondern sie immer wieder „fallen“ zu lassen, indem Sie sich als außen stehender Beobachter positionieren (nicht einfach, aber sehr hilfreich)
- Genießen Sie bewusst jeden Moment (Gegenwart)
- Schätzen Sie sich selbst, so wie Sie sind!

Viel Lebensfreude!

Gerhard Schmid


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