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WIE STEHT’S UM DIE LIEBE?


WER SICH ANNIMMT, KANN DEN ANDEREN ANNEHMEN


„Jedes Wesen hat seine Individualität, sodass jedes Bild eines idealen Menschen eine Illusion ist.“


Über kaum ein Thema wird mehr geschrieben als über die Liebe. In unzähligen Filmen ist die Liebe das Leitthema. Um sie entstehen Geschichten, Meinungen, und die Phantasie kennt hier keine Grenzen. Tief im Innern treibt uns die Sehnsucht nach Liebe zu allen möglichen Handlungen, teilweise auch unbewusst.

Die Liebe wird unterschiedlich definiert und trägt immer den Wunsch nach Anerkennung und Bedingungslosigkeit in sich. Nach dieser „perfekten“ Liebe suchen wir alle. Doch das Leben weist leider auch andere Erfahrungen auf.

Sehr nah an diese Bedingungslosigkeit kommt die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, denn durch die Entstehung des Kindes im Mutterleib ist das Kind ein „Teil“ der Familie und findet dort die Geborgenheit, aus der Vertrauen und Zuneigung entstehen können. Unzulänglichkeiten werden mit Nachsicht behandelt. Diese Erfahrungen sind mit entscheidend für die „Liebesfähigkeit“ eines Menschen. Findet es diese Erfahrungen nicht, so sucht sie das Kind woanders. Oft kommen in der Erziehung Bedingungen ins Spiel, in Form von Verhaltensnormen und Regeln. Diese sind auch teilweise aus sozialer und ethischer Sicht notwendig, zu großen Teilen aber auch kulturell und gesellschaftlich vorgegeben . Werden diese von dem Kind missachtet, weil es aus seinem heraus Wesen handelt, erfüllt es die Bedingungen nicht und oft ist Bestrafung oder Ablehnung ein bekanntes Reaktionsmuster. Folglich verhält es sich so, wie es von ihm erwartet wird, um liebenswert zu sein.

WENN DAS POSITIVE SCHWINDET

In Paar-Beziehungen entstehen oft Spiegelbilder solcher Erfahrungen. Wenn die Phase des Verliebtseins sich abschwächt, in der wir vor allem positive Bilder und Emotionen produzieren, und die Schattenseiten des Partners in den Vordergrund kommen, entstehen Enttäuschungen aus der Erfahrung, dass der Mensch doch nicht so perfekt ist, wie es den Anschein hatte. Der Mensch neigt dann an den anderen Bedingungen zu stellen, um das Bild bewahrheitet zu sehen, das man sich vom anderen geschaffen hat.

Das Ganze, was die Liebe nicht einfach macht, ist die Tatsache, dass es in jedem Menschen Schattenseiten gibt. Je begrenzter die Vorstellung ist, wie der Mensch zu sein hat, umso schwieriger wird die Situation. Wenn wir in uns selbst hineinschauen, dann könnten wir uns einmal fragen, wie wir denn selbst mit unseren „Schattenseiten“ umgehen? Sind wir eher nachsichtig oder finden wir einen starken inneren „Kritiker“? Sehr oft finden wir in uns starke Bewertungen und Beurteilungen. Sie haben alle eines gemeinsam: Sie stehen der Liebe uns selbst gegenüber entgegen und das Gefühl der eigenen Ablehnung ist das Resultat .

Sogyal Rinpoche, ein tibetischer Meditationsmeister, bemerkte, dass es ihn erschreckt, wie viele Menschen im Westen sich selbst ablehnen. Er fühle nichts anderes als Liebe und Akzeptanz für sich selbst und auch für andere. Dazu kommt noch die westliche Lebensart, in der Leistung und Produktivität im Vordergrund stehen, mit der irrsinnigen Verknüpfung, dass Leistung und Anerkennung sich gegenseitig bedingen.

Macht es Sinn, perfekt sein zu wollen? Unsere Medienwelt will genau diesen Anspruch ständig vermitteln … Aber jedes Wesen hat seine Individualität, sodass jedes Bild eines idealen Menschen eine Illusion ist.
Was bleibt uns als Lösung? Hier gelangen wir an einen Punkt, wo eine Wende entstehen kann: Wenn der Mensch es zulässt, sich selbst mehr und mehr anzunehmen, mit all seinen Stärken und Schwächen, sich selbst gut zu positionieren in den äußeren Anforderungen, sich um sein Bemühen schätzen lernt, umso stärker entsteht das Gefühl der Liebe und Anerkennung in ihm. Und dieses Gefühl ist entscheidend auch für eine wachsende Liebesfähigkeit zu einem anderen Menschen. Denn wir können nichts anderes nach außen tragen als das, was im Inneren ist. Es ist tief in uns vergraben...

Wenn wir mehr Mitgefühl für uns selbst erlernen, auch für unsere Schwächen, für unsere Emotionen, dann bereiten wir einen guten Boden für ein glücklicheres Miteinander, für die Liebe zu den Menschen. Womöglich ist es das, wonach viele Menschen suchen ...?

Gerhard Schmid




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